Sport und Integration 2010

Sport lebt Integration!

Unsere Ziel im Jahr 2010 war es, möglichst viele Vereine dazu zu bringen, sich mit dem Thema Integration zu befassen. Dabei soll sich Integration nicht nur auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, sondern auch auf Kinder aus sozial schwächer gestellten Familien oder mit Behinderungen beziehen. Dazu haben wir eine Reihe von Aktionen und Maßnahmen über das ganze Jahr verteilt:

Eröffnungsevent Podiumsdiskussion

Eröffnungsveranstaltung IntegrationGalerie öffnen
Klicken Sie auf das Bild, um sich die Podiumsdiskussion im Pfarrsaal Heiligenhaus anzuschauen.

Teilnehmer: Landrat Rolf Menzel, Marianne Brochhaus (KSK Köln), Jens Nowotny (ehem. Fußball-Profi), Dr. Stephan Osnabrügge (Vizepräsident und Integrationsbeauftragter des FVM), Frank Schaefer (Trainer 1.FC Köln) und José Pierre Vunguidica (Stürmer des 1. FC Köln und angolanische Nationalspieler)

Ernennung eines Integrationsteams

Das Team hat die Aufgabe übernommen, die Betreuer und Trainer für Integrationsaufgaben weiter zu qualifizieren. Sie intensivieren den Austausch mit Verwaltungen und Einrichtungen der öffentlichen Hand, der Kirchen, der freien Wohlfahrt und Jugendfürsorge. Schulen, Kindergärten und Religionsgemeinschaften werden vom Integrationsteam über die Sportangebote informiert.

Ein Flyer, der in allen relevanten Einrichtungen ausliegt, stellt alle Aufgaben des Integrationsteams sowie die Mitglieder des Teams und deren Kontaktdaten vor. Hier finden Sie den Flyer als Download.

100pro-Integrationspreis RBK der KSK Köln 2010

Gemeinsam mit dem Ausrichter 2010 des neuen Projektes „Sport und Integration“, dem Heiligenhauser Sportverein, vergibt die Kreissparkasse Köln im Rahmen ihrer Jugendförderung für hervorragende Leistungen von Personen oder Gruppen für die Integration zugewanderter, sozial oder anderweitig benachteiligter junger Menschen den 100pro-Integrationspreis RBK der Kreissparkasse Köln 2010.

Pfingst-Turnier unter dem Motto Integration

Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr die Teilnahme der israelisch-palästinensischen Auswahlmannschaft, die mit 2 Teams am B-Jugendturnier am Freitag Abend teilgenommen hat. Die Teilnahme wurde durch einen Kontakt zur Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ermöglicht.

Fortbildungsabend mit dem FVM für Trainer, Betreuer und Übungsleister

Damit das Projekt „Sport und Integration“ auch nach dem Integrationsjahr im Verein weiterlebt, ist es besonders wichtig, die Akteure des jeweiligen Vereins (in erster Linie die Trainer und Betreuer) für das Thema „Integration“ zu sensibilisieren. Dieses erreicht man nur, wenn man sie schult und damit in die Lage versetzt zu helfen. Gemeinsam mit dem FVM haben wir unsere Betreuer für das Thema Integration sensibilisiert.

Tag der offenen Tür mit Schwerpunkt Integration

In Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und freien Trägen wurde ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet. Alle Abteilungen, die beim Heiligenhauser Sportverein tätig sind, konnten ihr Angebot vorstellen.

Insbesondere wurden dabei Kinder und Jugendliche aus sozial schwächer gestellten Familien oder mit Migrationshintergrund angesprochen.
Die entsprechenden direkten Kontakte wurden über die Overather Tafel, die Caritas, verschiedene Kinderheime und die Grundschulen hergestellt.

„Aus dem Schnuppertag ist ein kleines Sportfest geworden“, freute sich am
Samstagnachmittag Jens Sicking, Geschäftsführer des Heiligenhauser Sportvereins. Über 150 Kinder und Jugendliche nutzten den schönen Spätsommertag, um sich im Rolf-Hahn-Stadion in verschiedenen Sportdisziplinen zu versuchen. Denn die Leichtathletik-, Tischtennis- und Fußball-Abteilungen stellten ihr Angebot vor. Bei den Übungen für die
jeweiligen Sportabzeichen konnte jeder Heiligenhauser schauen, ob in ihm etwas von Lukas Podolski, Heike Henkel oder Timo Boll steckt.

Auffällig im positiven Sinne waren zwei Dinge: Die meisten Kinder legten alle drei Sportabzeichen ab. Und viele motivierten ihre Eltern, gleich mit zu machen. „Die Jugend zeigte sich im Durchschnitt fitter“, so Jens Sicking schmunzelnd. Den Abschluß bildete eine Aufführung der drei Tanzgruppen des Heiligenhauser SV unter der Leitung von Julia Kümmeler. Die Gruppe der Kleinsten zeigte einen tollen Pipilangstrumpftanz, die Älteren moderne Tänze zu aktueller Popmusik.

Unterstützt wurde die Aktion vom DFB und dem DTTB.

Fußball-Camp mit Integrations-Schwerpunkt vom 18.10.
bis 21.10.2010

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Klicken Sie auf das Bild, um sich das Fussball-Camp anzuschauen.

In der zweiten Woche der Herbstferien haben wir ein Fußball-Camp ausgerichtet. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit für Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft sich besser kennen zu lernen. Man schläft, ißt, duscht und spielt zusammen. Hier haben die Kinder und Jugendlichen festgestellt, dass es einige Unterschiede in ihrem Alltag gibt, aber sie haben auch viele Gemeinsamkeiten gefunden. Vorurteile wurden ganz
einfach abgebaut. Im Vorfeld wurden gezielt soziale Einrichtungen und Schulen angesprochen. Diese konnten Kinder für das Camp einladen – ohne die übliche Teilnahmegebühr. Für 40 Kinder war das Rolf-Hahn-Stadion in dieser Woche tagsüber das Zuhause. Jeden Tag durften die Nachwuchskicker sechs Stunden lang ihrem liebsten Hobby frönen.

Für den Höhepunkt sorgten Adam Matuschyk und Christian Clemens vom 1. FC Köln am Dienstagabend. Die beiden Profifußballer führten gemeinsam mit dem FC-Jugendtrainer Ben Diehl eine zusätzliche Schulungseinheit durch. Am Mittwoch machte dann noch das DFB-Mobil in Heiligenhaus Station, auf Vermittlung des Fußballverbands Mittelrhein (FVM). Mehr Profi-Fußball gab es für die Jungen und Mädchen noch nie.

Möglich war das, weil das Fußball-Camp des HSV das Motto des Integrationsjahres aufgreift. Dank der finanziellen Unterstützung der Kreissparkasse Köln konnte ein Viertel der Plätze dieses Jahr unentgeltlich verteilt werden. Mit Hilfe der Sozialämter und der freien Träger der Jugendfürsorge wurden diese Plätze an Familien in sozial schwierigen
Situationen oder mit Migrationshintergrund vergeben. So konnten die Kinder mit Gleichaltrigen eine Woche lang trainieren, kicken und sich austoben. Das sportliche Miteinander macht es leicht, mit anderen ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig kennenzulernen. Und das ist der wichtige erste Schritt für eine Integration.

Landrat Rolf Menzel als Schirmherr des Integrationsjahres ließ sich auch von dem etwas herbstlichen Wetter nicht abhalten und schaute sich die Trainingseinheit an. Ebenfalls vor Ort war Frank Strathmann, Bezirksdirektor der Kreissparkasse Köln, die das Projekt „Sport & Integration“ unterstützt und auch den 1. FC Köln für diese Aktion gewinnen konnte.

Für fünf Kinder gab es – neben Autogramm und Erinnerungsfoto – noch eine tolle Überraschung. Sie dürfen sich im Januar auf die Partie des FC gegen Werder Bremen freuen.
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Abschlußveranstaltung und Siegerehrung – Finale
am 19.11.2010

Ein spannender Wettbewerb und keine Verlierer – das ist das Fazit des ersten 100pro-Integrationspreises, der am Freitagabend überreicht wurde. Der erste Platz geht an den Fußballcup des Blau-Weiß Hand, ein offenes Camp für Kinder aus dem sozialen Brennpunkt. Der Fußballverband Mittelrhein lobte einen Sonderpreis aus, den das Spezial-Team des SV Ommerborn- Sand gewinnt, eine Mannschaft behinderter Fußballer. Alle anderen Bewerber erhielten von der Kreissparkasse Köln, die den Integrationspreis auslobte, ein Paket mit Rucksäcken und FC Köln-Eintrittskarten für ihre Jugendarbeit.

Feierlicher Abschluss im Pfarrsaal Heiligenhaus
Über 150 Gäste versammelten sich am Freitagabend im Heiligenhauser Pfarrsaal, darunter Vertreter der Politik, verschiedener Sportvereine und Sozialverbände. Es zeigte sich deutlich: Das Thema „Integration“ spricht viele Menschen an. Und: Der Heiligenhauser SV hatte mit dieser Idee – schon lange vor der Diskussion um Sarrazin – ein drängendes Problem erkannt und kreativ angegangen.

Jahresrückblick
Oliver Hahn, Präsident des HSV, stellte die vielen Aktivitäten im ersten Integrationsjahr vor: von der Auftaktveranstaltung mit dem jetzigen FC-Trainer Frank Schäfer über das Pfingstturnier mit der israelisch-palästinensischen Mannschaft, das Fußballcamp mit Gästen aus dem Kinderheim bis hin zur Schulung der Trainer und der Einrichtung eines Integrationsteams im Verein. „Das Konzept des Integrationsjahres fand viel Akzeptanz und Unterstützung“, so Oliver Hahn. „Ein wichtiger Grund dafür war sicherlich die Nachhaltigkeit.“ Denn jedes Jahr wird ein anderer Verein aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis Ausrichter des Integrationsprojektes sein und kann seine eigenen thematischen Schwerpunkte setzen. Inhaltlich zur Sache ging es bei der Podiumsdiskussion, an der unter anderem die DFBIntegrationsbeauftragte
Gül Keskinler, MdB Wolfgang Bosbach und die FC-Spielerin Tugba Tekkal teilnahmen. Moderiert von Dr. Oliver Schillings, zeigte sich die Runde überzeugt, dass die Sportvereine ein enorm wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Integration sein können.

Preisverleihung
Die Preise überreichte der Schirmherr, Landrat Rolf Menzel, gemeinsam mit Marianne Brochhaus, Regionaldirektorin der Kreissparkasse Köln. Der Vize-Präsident des FVM, Dr. Stephan Osnabrügge, übergab den vom Verband gestifteten Sonderpreis. „Wir hoffen, dass die Auszeichnung Motivation ist, so weiterzumachen“, nahm Rolf Menzel die Geehrten mit einem großen Dankeschön in die Pflicht.

Staffelstab wurde übergeben
„Nächstes Jahr wird der SV Bergisch Gladbach 09 der Ausrichter sein“, übergab Oliver Hahn den Staffelstab für 2011. „Heiligenhaus hat die Hürde sehr hoch gelegt“, lobte 09-Präsident Patrick Esser die Gastgeber. Aber er machte deutlich, dass der SV 09ähnlich ambitionierte Ziele verfolgen will. Thema nächstes Jahr wird es sein, wie Sportvereine in Kooperation mit
Schulen und Unternehmen gemeinsam Integration fördern können.

Die Gewinner des 100pro Integrationspreises 2010
1. Preis
SV Blau-Weiß Hand- Kicker-Cup in sozialem Brennpunkt
Bereits zum dritten Mal veranstaltete der Sportverein SV Blau- Weiß Hand e.V. in diesem Jahr den „FußballCup Gronau-Hand“, bei dem in den Herbstferien über 100 Kinder aus dem sozialen Brennpunkt Hermann-Löns-Viertel teilnahmen. Gemeinsam mit dem Netzwerk Gronau-Hand (Rheinisch-Bergische Siedlungsgesellschaft und katholisches Jugendwerk), dem Jugendamt, dem Stadt-Sportverband und Hockeyverein THC Rot-Weiß Bergisch Gladbach wurden Kinder aus einem Stadtteil eingebunden, die bei vielen Aktionen außen vorbleiben.

Sonderpreis des FVM: SSV Ommerborn-Sand
Mannschaft mit geistig behinderten Spielern
Der Verein gründete im Mai 2009 eine Fußballmannschaft, die aus geistig behinderten Spielen besteht. Die fest etablierte Mannschaft ist mit allen Rechten und Pflichten voll in den Verein integriert und absolviert regelmäßige Freundschaftsspiele gegen die Jugendmannschaften. Ziel: Im nächsten Jahr in der Behindertenliga NRW des Behindertensportverbandes mitspielen.

Mit einem Klick auf das nachfolgende Bild können Sie sich Impressionen der Abschlussveranstaltung anschauen:
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